Freistaat Mittelpunkt

ein Film und Archiv von Kai Ehlers














ab 12. November im Kino

Freistaat Mittelpunkt
79 min | HD | Farbe | DCP | 5.1. | deutsch mit englischen Untertiteln


FILM

Der Film FREISTAAT MITTELPUNKT erzählt die Geschichte des Altonaer Bürgermeisters im Exil. Nach seiner Internierung und Zwangssterilisation durch die Nationalsozialisten und aufgrund der verweigerten Wiedergutmachung in der Bundesrepublik entscheidet sich Ernst Otto Karl Grassmé für ein Leben im Moor. In Briefen hat er von diesem Leben Zeugnis abgelegt.


STIMMEN ZUM FILM

Der Film ergänzt fundamental die trockene, wissenschaftliche, an Akten ausgerichtete zeitgeschichtliche Forschung. Er ist anschaulich, zielt in sowas Anschauliches wie Altbekanntes, nämlich ins Gemüt. Oder anders ausgedrückt: er ist maximal anschauenswert.

Dietrich Kuhlbrodt


Ehlers´ Film berührt, weil es ihm gelingt, denjenigen, über den stets geurteilt wurde, hier selbst zu Wort kommen zu lassen, in all seiner Liebenswürdigkeit, seiner Schrägheit, seiner Harmlosigkeit und seiner Verzweiflung. Es ist ein schwieriger Film, der Geduld erfordert, sich aber unbedingt lohnt.

Aus dem Gutachten der Filmberwertungsstelle (Prädikat besonders wertvoll)



SYNOPSIS

Freistaat Mittelpunkt berichtet von einem Kapitel der nationalsozialistischen Diktatur, Eugenik, von dem mangels Lobby und Eloquenz wenig aus der Perspektive der Betroffenen an die Öffentlichkeit gelangt ist.

Aber Ernst Otto Karl Grassmé hat bezeugt, was ihm widerfahren ist und was er sich für sein Leben gewünscht hat. In zahlreichen Briefen an ein Teenager-Mädchen aus der Nachbarschaft, in der er vielleicht das Kind gesehen hat, das ihm durch Zwangssterilisation verweigert wurde, erzählt er. Die Briefe künden vom Leid in der Nazidiktatur und der verweigerten Wiedergutmachung im Nachkriegsdeutschland, aber auch von seinem Humor und seinem Kampf für ein Leben in Würde: Im Wald, abseits von der Gesellschaft, die sie ihm zu nehmen versucht hat.

Der Film gewährt eine einmalige subjektive Perspektive auf die grausame Praxis der Eugenik und ihre langanhaltende Wirkung. Er stellt die Frage, was das eigentlich ist: ein souveränes Leben.


ARCHIV

Zeitgleich zum Kinostart am 12. November 2020 wird das Online-Archiv die subjektive Perspektive von Ernst Otto Karl Grassmé um Stimmen von Zeitzeug*innen ergänzen, die ihn ab den vierziger Jahren bis zu seinem Tod 1991 aus ihrem eigenen Erleben beschreiben. Daneben werden Dokumente wie Briefe, Akten und Fotografien in chronologisch-thematischen Kapiteln vorgestellt und kontexualisiert. Die Themen Eugenik und Schizophrenie werden darüber hinaus von Fachleuten in ihrer historischen Entwicklung und Bedeutung bis heute erörtert.


eine Kai Ehlers Film Produktion in Koproduktion mit Moon Jar Film

gefördert von der Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, unterstützt durch ein Crowdfunding, die Arthur Boskamp-Stiftung, Ameos Krankenhausgesellschaft und die Postfactory


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